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Home B! Arminia
Historie
Kurz und knackig findest Du unsere Geschichte unter http://de.wikipedia.org/wiki/Burschenschaft_Arminia_zu_Leipzig.


Wenn Du ausführlich Bescheid wissen möchtest, freuen wir uns natürlich über Deinen Wissensdurst:
 
Der Name „Arminia” rührt von Hermann, dem Cheruskerfürsten her (röm. Arminius), der im Jahre 9 n.Chr. die germanischen Stämme östlich des Rheins vereinen konnte, um die Römer vernichtend im Teutoburger Wald zu schlagen.
Unsere Geschichte begann erst nach den ersten Höhepunkten der Korporationen, z.B. die Einheitsbestrebungen der Deutschen nach der Befreiung von Napoleons Herrschaft oder die bürgerliche Revolution von 1848/49, um nur wenige zu nennen.

Das Deutschland des mittleren 19. Jahrhunderts war geprägt von der Idee des einigen, freien deutschen Vaterlandes. Die meisten Protagonisten dieses Gedankens waren auch Burschenschafter, und der Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" wurde damals gerade von freiheitlich denkenden Studenten gelebt.
Auch in Leipzig wurden diese Gedanken immer wieder in das Bewußtsein der Deutschen zurückgerufen. Die Feiern zu Schillers 100. Geburtstag im November 1859 gaben den Anstoß, neue Korporationen zu gründen.

So fanden sich fünf Medizinstudenten und fünf Theologiestudenten zusammen und gründeten am 18. Juni 1860 unsere Arminia. Eine Burschenschaft war Arminia aber noch nicht sofort. Im nächsten Jahr trat man erst aus der Nichtverbindungsstudentschaft aus und legte unsere heutigen Farben schwarz-karmesinrot-gold v.u. an. Die Burschenschaftliche Gesinnung der Mitglieder brachte Arminia dazu, sich im Jahre 1862 Burschenschaft zu nennen, was die sächsische Regierung ab da erst duldete.

Die Verbindung wuchs schnell, schon bald gab es gute Beziehungen zu den anderen Burschenschaften am Ort, Dresdensia und Germania und auch überregional war man bald ein angesehener Bund. Die heute üblichen burschenschaftlichen Strukturen mit Aktivitas, Altherrenschaft, Örtlichen Zusammenschlüssen und einem landesweiten Dachverband bildeten sich erst in den Folgejahren heraus, und natürlich gab es Irrungen und Wirrungen über den einzuschlagenden burschenschaftlichen und politischen Weg auch in Leipzig.

Der innere Zusammenhalt des Bundes aber war nie in Frage gestellt, in den achtziger und neunziger Jahren hatte der Bund in jedem Semester mindestens 25 Aktive. Mit dieser, heute utopischen Anzahl an Mitgliedern wagte sich Arminia auch an größere Aufgaben und übernahm 1883 mit den anderen beiden Leipziger Burschenschaften, Germania und Dresdensia, den Vorsitz des zwei Jahre alten Dachverbandes der Burschenschaften. Da die Mitgliedersituation sich in den Folgejahren nicht änderte, übernahm man 1902 diese Aufgabe noch einmal.
Die Geschichte der Semester um die Jahrhundertwende ist gefüllt mit Berichten von der Teilnahme an vielen burschenschaftlichen und allgemeinen Veranstaltungen, so daß man mit Recht behaupten kann, daß die damaligen Burschenschafter einen wesentlichen Anteil am Leben der Stadt und der Universität in Leipzig hatten.

Durch deutschlandweite Kontakte zu anderen Burschenschaften entstanden Freundschaftsverhältnisse mit der Freiburger Burschenschaft Teutonia 1897 und der Giessener Burschenschaft Germania 1902. Im Jahre 1902 erwarb Arminia auch das erste eigene Haus, wodurch das Bundesleben ein neues Zentrum bekam.
Das große Engagement der Verbindungsstudenten an der Universität zeigte sich 1909 bei der 500-Jahr-Feier der Leipziger Alma Mater. Arminia nahm mit 53 anderen Studentenverbindungen und -vereinen daran teil.


Der erste Weltkrieg unterbrach die Blütezeit. 176 Arminen zogen ins Feld, 42 von ihnen mußten ihr Leben für das Deutsche Kaiserreich geben. Da die vielen, ferngebliebenen Mitglieder wenig aus ihrer Heimat hören konnten, wurde die Arminenzeitung 1915 ins Leben gerufen, um alle an den Fronten Verbliebenen mit ausreichenden Informationen zu versorgen. Trotz dieser großen Zahlen an auswärtigen Bundesbrüdern konnte der Betrieb in Leipzig während des Krieges und auch danach problemlos weitergeführt werden. Die Aktivitas hatte auch weiterhin stets genügend Mitglieder, so daß man auch zulassen konnte, daß einige Bundesbrüder den Studienort wechselten. Einer von ihnen ging im SS 1926 in die Mainmetropole Frankfurt und wurde Gründungsbursch von Arminia Frankfurt.

Im Jahre 1928 wurde ein neues Haus an der Milchinsel gekauft, da die Poniatowskistraße aus allen Nähten platzte. Leider konnte es seinen Zweck nur einige wenige Jahre erfüllen. Auch in Leipzig traten bald, wie an allen anderen deutschen Universitätsstädten, der unüberbrückbare Unterschiede zwischen dem Korporationsstudententum und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) auf.
Die Arminen wurden von der Mitarbeit an der Hochschulpolitik ausgeschlossen. So mußte auch in Leipzig die Burschenschaft auf Druck von oben aufgelöst werden.

Die Arminen waren 1937 gezwungen, das neue Haus wieder, unter hoher Steuerlast mit Verlust zu verkaufen. Aus den Mitgliedern der drei alten Leipziger Burschenschaften bildete sich mit Zustimmung der NSDAP die allgemeine Kameradschaft "Wartburg", die zunächst den Zusammenhalt der Bundesbrüder gewährleisten konnte. Mitten im zweiten Weltkrieg, 1942, wurde dann in Leipzig die Kameradschaft "Heinrich von Treitschke" gegründet, in die durch geschicktes Agieren nur Mitglieder der alten Burschenschaft Arminia aufgenommen werden sollten.
Während des Krieges mußten 36 Arminen ihr Leben lassen. Der zweite große Bombenangriff auf Leipzig, Februar 1944, zerstörte das Mobiliar bzw. die Bibliothek, was alles bei Bundesbrüdern ausgelagert war. Die wertvollen Dokumente allerdings wurden fast vollständig aus Leipzig geschafft und existieren noch heute.


Eine Weiterführung burschenschaftlicher Traditionen war in der sowjetischen Besatzungszone unmöglich. Auch die neuen Machthaber ließen keinen Zweifel aufkommen, daß Studentenverbindungen nicht erwünscht seien.
Nach der Währungsreform 1948 fand das erste Arminentreffen in Wolfenbüttel statt, nachdem jeder Bundesbrüder in erster Linie um das Überleben seiner Familie kämpfte. Ein Jahr später entstanden zwischen Leipziger Arminen und Frankfurter Arminen die Idee einer Zusammenführung beider Burschenschaften. Zum 90. Stiftungsfest im Juni 1950 fand diese Fusion statt.
Die so entstandene Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia konnte schon bald wieder ein Haus kaufen und etablierte sich wieder im Korporationsleben in Frankfurt. 1960 konnte man das 100-jährige Stiftungsfest mit einem großen Festakt in der Paulskirche feiern.

In den 70ern und 80ern begann ein uns politisch nicht wohlgesonnener Wind zu wehen. Durch die Studentenunruhen Ende der 60er, die Anti-Atomkraft- und die Anti-NATO-Bewegung wurde der politische Einfluß nicht nur von Arminia sondern aller Studentenverbindungen systematisch verdrängt, da die Studentenverbindungen mit den neuen Ideen nur teilweise, mit den Methoden aber überhaupt nicht einverstanden waren. Existenzsorgen waren die Folge, die Arminia mit Mühe meistern konnte.

Die deutschen Burschenschafter haben als einzige, politisch relevante Gruppierung immer wieder auf die Notwendigkeit der deutschen Wiedervereinigung hingewiesen und immer an diesem Ziel festgehalten. Trotzdem waren natürlich auch die Arminen überrascht, als die friedliche Revolution in der DDR ihren unübersehbaren Weg ging mit den bekannten und bejubelten Ereignissen des Mauerfalls im Herbst 1989.

Bald schon waren die ersten Arminen nach Leipzig unterwegs, um dort eventuell wieder Fuß zu fassen. Die Probleme aber waren zunächst zu groß. Unser altes Haus war renovierungsbedürftig. Die neuen Eigentümer verlangten utopische Preise und so mußten wir von dem Plan an alter Stelle wieder ein Heim für die Burschenschaft zu erwerben leider Abstand nehmen. Es fanden sich dennoch einige Leipziger Studenten, die von der "Idee Burschenschaft" begeistert waren und auch nach Frankfurt kamen, um hierüber einiges zu erfahren. Die 1950 geborene Idee von "einer Burschenschaft an zwei Orten" ließ sich aber aus einer Vielzahl von Gründen nicht umsetzen. So wurde schließlich die Burschenschaft Arminia zu Leipzig nach drei Anläufen offiziell im November 1994 wiedergegründet.
 

2009 - Burschenschaft Arminia zu Leipzig e.V.                   Impressum   -   Sitemap